Geschichten aus der Kegelwelt

Auf dieser Seite findet ihr Geschichten, über die man schmunzelt oder auch nicht. Diese Geschichten haben sich auch wirklich ereignet, denn sonst wären es ja Märchen. ;-)





Rolf Thieme dachte sich, da die Weltmeisterschaften im Sportkegeln vor der Türe standen, müsse man die Fernsehleute einmal darauf hinweisen, dass sie da gefälligst auch mal was berichten. Leider ist es ja Tatsache, dass Kegeln in den Sportkanälen nur sehr selten, wenn überhaupt, zu sehen ist.
Nun, auf jeden Fall dachte sich unser guter Rolf, dass man denen vom DSF (Deutsches Sportfernsehen) einmal einen netten Brief bzw. Mail schreiben sollte. Dies hat er dann auch getan...



Deutschland ist eine Nation der Kegler

Falls es sich noch nicht herumgesprochen hat: In Deutschland kegeln mehr Leute als man gemeinhin denkt. Ihr Fernsehfritzen könntet Euch also in unseren Kreisen beliebt machen und dieser Tatsache Rechnung tragen. Einer solchen Handlungsweise stehen allerdings bedeutende Fakten entgegen: Erstens habt Ihr von der Materie absolut keine Ahnung; zweitens seid Ihr zu faul, die vorhandenen Wissenslücken zu schließen und drittens ist es objektiv beschwerlich, die Kameras und andere Utensilien auf den Kegelbahnen in Stellung zu bringen. Viertens wäre aus Anlaß der Kegelweltmeisterschaften in Poznan eine gute Gelegenheit, die Versäumnisse der Vergangenheit abzutragen. Und zwar deshalb, weil die dortige Stadthalle hervorragende Arbeitsbedingungen bietet. Leider liegt aber Poznan in Polen, und davon habt Ihr nun schon gar keine Ahnung. Zudem plagt Euch die Angst, man wäre auf Eure Reifen scharf. Spielt also weiter Fußball und geht schön in Eure Stammkneipe.



Tja, werdet ihr nun denken, der Mann hat halt das gesagt was viele von uns denken. Vielleicht hat von uns jemand ähnliche Schreiben an diese Leute geschrieben und eigentlich kann man ihm das auch nicht verübeln, oder?
NUR!!!
Rolf Thieme ist Landessportwart in Thüringen...


Entnommen aus dem Gästebuch der Sektion-Classic-Homepage von Robert Rammler.





Dies ist ein Schreiben, welches ich am 12.09.1997 in meinem Briefkasten vorfand:



Sehr geehrter Herr Mathes,

als Mitarbeiter des ehemaligen Bahndienstes in Markt Schwaben wurde ich von verschiedenen Seiten darauf angesprochen, dass die Kegelbahnen im Sportpark falsch eingestellt und die Bahnpflege nicht ordentlich durchgeführt wurde. Als Quelle dieser Behauptungen wurde stets Ihr Name angegeben. Entsprechende Aussagen liegen mir schriftlich vor. Ihre unwahren Behauptungen sind zwischenzeitlich durch Presseveröffentlichungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Durch diese falschen Aussagen fühle ich mich in meiner Ehre gekränkt. Als Beauftragter des Landrates für das Landkreissportfest aber auch als bekannter Sportler im Landkreis diffamiert und wie sich gezeigt hat als Geschäftsmann geschädigt.

Ich habe meinen Rechtsanwalt beauftragt dagegen beim Amtsgericht Ebersberg Klage einzureichen. Eine weitere Klage auf Unterlassung dieser Behauptungen wird ebenfalls beim Amtsgericht Ebersberg eingereicht und gleichzeitig im Wiederholungsfalle eine Geldstrafe bis zu 500.000,00 beantragt.

Ich fordere Sie hiermit auf, Ihre Behauptungen schriftlich zu belegen und zu beweisen. Sollten Sie Ihre Behauptungen nicht eindeutig beweisen können, erwarte ich eine schriftliche Entschuldigung und Gegendarstellung, die in den Presseorganen des Landkreises Ebersberg veröffentlich werden kann. Für Ihre Rückantwort setze ich Ihnen eine Frist von 14 Tagen und verbleibe

Hochachtungsvoll
Erwin Zimmermann



Also liebe Kegelfreunde, passt künftig schön auf, wenn ihr das nächste Mal über eine Kegelbahn schimpft. Natürlich könnt ihr euch trotzdem beschweren oder so. Ich meine, wer halt grad mal 'ne halbe Mille übrig hat, kann das schon machen... *grins*
Aber jetzt mal im Ernst. Ich habe damals auf dieser Anlage die Bahnpflege gemacht, da ich vom Wirt den Auftrag erhalten hatte. Ich hatte diesem und einem anderen Kegler auch gesagt, dass ich die Bahnpflege nicht ok fand, aber mit so einer Reaktion hatte ich natürlich nicht gerechnet. Immerhin stand das ja auch noch mit einem Satz in der Zeitung.

Ich habe mich natürlich auch nicht entschuldigt, denn wir leben ja schließlich in einem Land wo man seine Meinung frei sagen darf, oder? Uns ausserdem stehe ich zu dem was ich sage, auch wenn das einem Herrn Zimmermann nicht passt.

Erwin Zimmermann ist Sportdirektor beim DKBC...






An dieser Stelle möchte ich mich bei Michael Taschenmacher vom KSK SW 60 Aachen recht herzlich bedanken. Er hat folgendes Fax am 10.07.1999 an den FC Bayern München geschickt:



Sehr geehrter Herr Hitzfeld, wertes FC-Bayern-Präsidium.

Am vergangenen Freitag übertrug ein namhafter deutscher Sportsender Ihre persönliche Stellungnahme zu Vorkommnissen im Trainingslager, das Sie und Ihr Kader derzeit abhalten.

Ihre Stellungnahme leiteten Sie ein mit den Worten "...WIR SIND DOCH KEIN KEGELCLUB, daß wir (sinngemäß)... ein derartiges Niveau an den Tag legen". Den genauen Wortlaut kann ich an dieser Stelle leider nicht wiedergeben, aber der Sinn Ihrer Äußerung ist denke ich ziemlich genau getroffen.

Der Kegelsport hat in Deutschland mit einer Art "Kneipenimage"zu kämpfen, das die Medien vielfach davon abhält, sinnvoll zu berichten, und eben dieses Image ist es auch, daß es für diesen Sport so schwierig macht, Nachwuchs zu "rekrutieren".

ABER

- Im Deutschen Keglerbund sind derzeit etwa 174.000 aktive Mitglieder registriert.

- Es gibt ein Ligenspielsystem von der Kreisklasse bis hin zur Bundesliga, es gibt Europa- und Weltmeisterschaften, Europa- und Weltcupwettbewerbe und vieles mehr.

Alle 174.000 Spieler sind Amateure, wir spielen nicht für Geld, auch wenn hier "unter der Hand" sicherlich viel passiert. Insofern unterscheiden wir uns sicherlich von der Fußballszene, in der ein Klub wie der FC Bayern eine immer wieder herausragende Rolle spielt.

Ich möchte an dieser Stelle, ich denke stellvertretend für viele Sportkegler in Deutschland, die sich über Ihre unqualifizierte Äußerung vor derart offizieller Kulisse geärgert haben, meinen Unmut über Ihr Verhalten kundtun, und ich hoffe sehr, daß man Ihnen, auch wenn Sie sicherlich wichtigeres zu tun haben, dieses Schreiben vorlegt.

Gerade vor dem Hintergrund, daß sich in Ihren eigenen Reihen ein sehr erfolgreicher ehemaliger Kegelsportler befindet - meines Wissens war Mehmet Scholl in seiner Jugend in der Kegelsportabteilung des FC Bayern München (!!!) sehr aktiv - erscheint Ihre Äußerung wirklich sehr unbedacht. Insofern, lieber Herr Hitzfeld, so muß ich Sie belehren: Der FC Bayern München IST ein Kegelclub.

Über eine kurze Stellungnahme würde ich mich sehr freuen.

Mit der Bitte, doch in Zukunft ein wenig bedachter vorzugehen, verbleibt

Mit sportlichem Gruß

ksk sw 60 aachen



Tja, da weiß also der gute Herr Hitzfeld gar nicht, dass der FC Bayern auch ein Kegelclub ist? Aber Hauptsache, er weiß dass es ein Fussballclub ist. ;-)))
Aber ein paar Worte vom FC Bayern wären sicher auch nicht ganz falsch gewesen...